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Apr
16

Was bedeutet eigentlich Social Media?

Der Begriff Social Media, manchmal auch als Social Software bezeichnet, ist derzeit in aller Munde. Manchmal entsteht jedoch der Eindruck, dass es sich lediglich um ein Modewort handelt. Häufig bleibt unklar, was Social Media von anderen, klassischen Medien unterscheidet, welche Besonderheiten es auszeichnet. Diese zu kennen ist jedoch unverzichtbare Grundlage für eine unternehmensseitige Auseinandersetzung mit dem Thema. Wer sich anfänglich damit beschäftigt, sollte sich also die Frage stellen: Was bedeutet eigentlich Social Media?

Laut dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. beschreibt Social Media eine Vielfalt digitaler Medien und Technologien, die es Nutzern ermöglichen, Erfahrungen untereinander auszutauschen und Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten.

Frei nach der Online-Enzyklopädie Wikipedia (die als offene Kooperationsplattform zur Wissensbereitstellung selbst ein Social-Media-Format darstellt) lässt sich das Phänomen wie folgt definieren: Social Media unterstützt das menschliche Verlangen nach sozialer Interaktion mittels Technologie. Mediale Monologe (one to many) werden in sozial-mediale Dialoge (many to many) umgewandelt. Social Media unterstützt die Demokratisierung von Wissen und Information und entwickelt den Benutzer von einem Konsumenten zu einem Produzenten.

Die Verwendung des Sammelbegriffs Social Media ist jedoch nicht ganz unproblematisch, denn im Grunde genommen ist kaum eine Social-Media-Website mit der anderen zu vergleichen. Zur besseren Orientierung lässt sich die Social-Media-Sphäre aber in übergeordnete Formate einteilen, deren Grenzen allerdings untereinander verschwimmen können:

Kommunikation: Foren, Blogs, Micro-Blogging-Dienste (z.B. Twitter), Soziale Netzwerke (z.B. XING, Facebook, studiVZ)

Kollaboration bzw. Kooperation: Bewertungsportale (z.B. ciao), Wikis (z.B. Wikipedia), Social Bookmarking (z.B. delicious > ermöglicht das öffentliche Verlinken persönlicher Favoriten-Seiten)

Multimedia-Austausch-Plattformen: Video (z.B. YouTube), Foto (z.B. Flickr) und weitere wie z.B. Slideshare (offene Website zum Einstellen und Teilen von Power-Point-Präsentationen)

Lassen Sie sich von der Vielfalt und von komplizierten Definitionen aber nicht abschrecken! Denn der Kern von Social Media ist ganz einfach: Es geht darum, dass reale Menschen wechselseitig miteinander kommunzieren, dabei ihre subjektiven Erfahrungen, Meinungen und ihr Wissen tauschen und manchmal auch emotional (re)agieren. Und gut gemacht ist die Nutzung von Social Media nicht nur ein innovatives Instrument für die Unternehmenskommunikation, das Marketing, die Marktforschung, die Personalabteilung den Vertrieb etc. sondern: Sie macht vor allem Spaß.

Es ist die Chance, unkonventionell, informell, beinahe spielerisch und dennoch glaubwürdig mit Mitarbeitern und Kunden in einen Dialog zu treten und ihnen Interaktion und aktive Mitgestaltung in einem Maß zu bieten, das über klassische Kanäle bislang nicht möglich war.

Für Unternehmen aus der Versicherungsbranche könnte es zum Beispiel bedeuten, dass für Pflege und Aktualisierung von Arbeitsanleitungen oder einen Wissenstransfer zwischen Innendienst und Außenstellen interne Wikis eingesetzt werden. So wie im Fall der DAK oder Helvetia Versicherungen (vgl. BITKOM-Studie Enterprise 2.0, 2008). Ein Erfolgsbeispiel für externe Kommunikation ist beispielsweise der dialogorientierte Twitter-Account Allianz_de von Markus Walter, einem Online-Redakteur der es mit einem ausgewogenen Mix aus interessanten Unternehmensinformation und Beiträgen über Trends und Technologien im Web 2.0 schafft, fast 1200 tägliche Leser zu unterhalten und dabei immer wieder angeregte Dialoge über die Allianz zu führen. Dieses Maß an Streuung und Interaktion mit Kunden wäre mit Hilfe traditioneller, einseitiger Kommunikationskanäle unmöglich. Wie sich der Mehrwert dessen sinnvoll quantifizieren lässt, werden wir hier in Kürze in einem gesonderten Beitrag zum Thema Messbarkeit von Social-Media-Engagement betrachten.

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