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Aug
12

Bewertungsportale: Mund-zu-Mund-Propaganda mit der 5-Sternchen-Skala

Wie bei jedem „High-Involvement“-Produkt spielen auch bei Versicherungen Empfehlungen eine große Rolle. Allerdings nicht nur für das Produkt selbst, sondern auch für die Person, die es mir näherbringen und verkaufen soll. Dieses Bedürfnis wird durch Social Media besonders gut bedient. Solange es keinen Freund gibt, der sich mit der Materie auskennt, führt der erste Weg vieler Verbraucher bei der Produkt- und Beratersuche ins Internet. Und dort in der Regel auf ein Bewertungsportal (ob direkt oder über eine Suchmaschine). Jedes „Bewertungsportal“ entscheidet sich in Sachen Aufbau und Schwerpunkt vom anderen. Dennoch lassen sich die Seiten, auf denen man Sternchen, Noten o.a. vergeben kann, gerade für Finanzdienstleister im Großen und Ganzen in zwei Kategorien einordnen:

1. Seiten, auf denen (zumindest maßgeblich) Produkte selbst bewertet werden können
2. Seiten, bei denen es um das Unternehmen oder den (Leistungs-)Vermittler geht

Bewertungsportale: Mund-zu-Mund-Propaganda mit der 5-Sternchen-Skala

Erstere Plattformen stehen häufig in Verbindung mit Preisvergleichen oder Online-Shopping-Möglichkeiten bzw. Affiliates. Es sind Portale wie doyoo, yopi oder ciao, auf denen man mit der bewährten 5er-Sterne-Skala (t.w. mit Unterkategorien) und einem verfassten Testbericht zum Beispiel auch Versicherungsprodukte bewerten kann. Einen Sonderfall stellt testberichte.de dar. Hier werden „offizielle“ Testergebnisse (z.B. von Stiftung Warentest) zu einem Produkt oder einer Leistung aggregiert – die Eingabemöglichkeit von Nutzererfahrungen ist dabei zweitrangig.

In der zweiten Kategorie bewegen sich Portale wie WhoFinance, Qype oder die von Verbraucherseite in Bezug auf Versicherungen noch nicht so stark genutzte Seite KennstDuEinen. Hier bietet sich Nutzern die Möglichkeit, Bewertungen zu Maklern, Beratern und Vertretern abzugeben und zu sondieren.

Aber nicht nur auf diesen eigens dafür geschaffenen Plattformen finden Empfehlungen und Bewertung statt. Die Zugabe einer Bewertungsfunktion verbreitet sich mehr und mehr im Web. So finden sich mittlerweile auf vielen Online-Branchen- und Adressbuchangeboten (wie dialo.de) Möglichkeiten, Bewertungen zu den Geschäftseinträgen hinzuzufügen. Auch Google maps aggregiert Beurteilungen diverser Plattformen in der jeweiligen Trefferbeschreibung. Vor allem aber das junge, stark boomende Social-Media-Format der „Location-based-Services“ übernimmt – wenn man so will – Advokatenfunktion. Seiten wie friendticker oder foursquare ermöglichen dem Nutzer neben „Check-Ins“ in jeweiligen „Locations“ auch die Abgabe von Tipps, Bewertungen und Empfehlungen.

Bewertungsportale: Mund-zu-Mund-Propaganda mit der 5-Sternchen-Skala

Fazit:
Besitzt man eine internetaffine Zielgruppe (oder möchte man diese erreichen), dann lohnt sich Präsenz auf diesen Plattformen. Denn wer z.B. mit seiner Agentur in der Google-maps-Suche nicht erscheint, der wird von vielen potenziellen Kunden gar nicht erst entdeckt und in eine Auswahlentscheidung mit einbezogen.
Und warum nicht auch guten Kunden Gehör verschaffen? Die zufriedenen, internetaffinen Kunden könnten (unaufdringlich!) zumindest auf die Möglichkeit einer Bewertung auf Portal XY hingewiesen werden.
Da sich aber auch Kritik natürlich nicht vermeiden lässt, sollte man versuchen, diese positiv zu nutzen. Einen guten Beitrag zum Umgang damit inklusive Beispielen liefert der Qype-Blog. In diesem Zusammenhang hilft vor allem eines: Ständig ein Auge auf mögliche neue Bewertungen zu eigenen Produkten und Leistungen zu haben (siehe Artikel Social-Media-Monitoring).
Denn darüber gesprochen wird so oder so – nicht nur, weil es auch im Netz den einen oder anderen Selbstdarsteller gibt, sondern vor allem, weil Verbraucher den unglaublichen Transparenzgewinn schätzen, den Kunden im Gegensatz zu Werbe-Testimonials erbringen.

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