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Mai
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SEPA

SEPA kommt –Handlunsgbedarf für alle Unternehmen
Düsseldorf. 31.05.2013. Europa wächst mehr und mehr zusammen. Während im Bereich der Bildung mit dem Bologna-Prozess bereits erste Schritte hin zu einem einheitlichen Bildungsraum geschaffen wurden, soll nun in  den nächsten Jahren auch ein einheitlicher Zahlungsraum in Europa entstehen. Mit dem von Politik und Finanzwirtschaft initiierten SEPA-Verfahren, können VerbraucherInnen in Zukunft mit nur einem einzigen Konto nationale wie internationale Zahlungsgeschäfte vollziehen. Der Zahlungsverkehr wird innerhalb der teilnehmenden 32 europäischen Staaten einfach, effizient und vor allem sicher.

Was ist SEPA und wann kommt es?
SEPA ist die Abkürzung für Single Euro Payments Area und bringt einen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum mit sich. Ab 01. Februar 2014 müssen alle Unternehmen ihre bargeldslosen Zahlungsvorgänge auf IBAN (internationale Kontonummer) und BIC (internationale Bankleitzahl) umstellen. Die neuen Nummern setzen sich aus einem Länderkennzeichen, einer Prüfziffer und einem nationalen Teil, der individuelle Kontodetails enthält, zusammen. Vor allem die IBAN gilt als Identifikator für Zahlungskonten im europäischen Raum.

Warum kommt SEPA?
Mit der Lissabon-Erklärung wurde im Jahr 2000 von der Europäischen Union die Basis für einen europäischen Zahlungsraum geschaffen. Ziel ist es, dem europäischen Markt mehr Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz zu verleihen und grenzüberschreitende Zahlungen durch einheitliche Standards zu vereinfachen. Mit der Gründung des European Payments Council (EPC) durch die europäische Kreditwirtschaft im Jahr 2002 entstand eine Institution, die die SEPA-Verfahren entwickelte und in Europa einführte. Die Europäische Union sorgte vor allem mit der Zahlungsdienstrichtlinie für einen gemeinsamen europäischen Rechtsrahmen und unterstütze die SEPA-Prozesse in ihrer Entwicklung und Durchführung. In Zukunft werden, durch die zunehmende Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs in Europa, für alle grenzüberschreitenden Zahlungen die gleichen Gebühren erhoben, wie für eine entsprechende inländische Zahlung.

Wer ist davon betroffen und was ändert sich?
Egal ob Privatperson oder Unternehmen, jeder Kontoinhaber ist von der Umstellung betroffen. Ab Februar 2014 müssen die Überweisungs- und Lastschriftverfahren in den Euro-Ländern die Anforderungen der Verordnung erfüllen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Angabe der Kontoverbindung per IBAN und BIC statt Kontonummer und BLZ
  • Datenaustausch in komplexen ISO20022 XML Formaten für den Austausch von Zahlungen
  • Länge des Verwendungszwecks begrenzt auf 140 Zeichen statt 378 Zeichen
  • Vorlauffristen der SEPA-Lastschrift von bis zu fünf Tagen statt der Sichtlastschrift ohne Vorlauffrist
  • Legitimierung des Lastschriftseinzugs per streng formalisiertem Mandat statt der eher locker gehandhabten Einzugsermächtigung
  • Mandate müssen in Papierform registriert gelagert, jederzeit verfügbar und auf Anfrage dem Kreditinstitut als digitale Kopie zur Verfügung gestellt werden
  • Informationspflicht durch den Lastschrifteinreicher in Form einer rechtzeitigen Pre-Notification unter anderem mit Fälligkeitsdatum und Betrag
  • Übermittlung der neu zu erhebenden Daten Mandatsreferenz und Gläubiger-ID mit jeder Lastschrift-Transaktion
  • Streng geregelte Prozesse und Fristen bei der Transaktionsabwicklung sowie der Ausnahmebehandlung über sogenannte R-Transaktionen wie zum Beispiel Rückruf und Rücküberweisung

Änderungen in den Geschäftsprozessen
Für Unternehmen bedeutet dies, dass die durch SEPA bedingten Änderungen in den Geschäftprozessen umgesetzt werden müssen. Davon betroffen sind in erster Linie die Bankverbindungsdaten sowie Druckstücke. Dies gilt vor allem für Anträge, Zahlungsbelege, Auszahlungsschreiben, Bedingungswerke etc. Auch im IT-Bereich muss einiges beachtet werden. So müssen Anpassung neuer Masken gesteuert werden, wie z. B. die Einführung der neuen Felder IBAN/BIC. Ziel ist in jedem Unternehmen eine vollständig automatisierte Verarbeitung der Zahlungsprozesse, die keine manuellen Eingriffe benötigt. Die heute bekannten Kontonummern und Bankleitzahlen müssen maschinell konvertiert werden, um mit dem neuen SEPA-Verfahren arbeiten zu können. SEPA wirkt außerdem auf die Vertriebs-, Betriebs- und In/ Exkasso-Prozesse.

Weitere Informationen gibt es unter: www.sepadeutschland.de

Achtung: Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern dient lediglich als Handlungsempfehlung.

(Quellen: www.sepadeutschland.de und www.bitkom.org/de/presse/8477_75704.aspx)

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